Wie entstand die Pferdeprozession-Warendorf?

 

Im Jahr 2000 hatten der damalige Kreisdechant Walter Suwelack und der damalige Leiter des Bundesleistungszentrums des DOKR, Christoph Hess, die Idee, in Warendorf den Pferdesport und das Fest Mariä Himmelfahrt zusammenzubringen. Da die Bogengemeinschaften bereits zeitig vor dem Fest Mariä Himmelfahrt die neun Bögen aufbauen, bot es sich an, den gleichen Weg der "Großen Prozession" bereits eine Woche vorher als "Bogenritt" mit Pferden zu versuchen. Es fanden sich Gleichgesinnte, mit deren Unterstützung der erste "Warendorfer Bogenritt" im Jahre 2000 unternommen werden konnte.

Gespannfahrer und Hobbyreiter aus Warendorf und Umgebung nahmen diese Idee begeistert auf und machten sie zu einem so erfolgreichen Ereignis, dass  ein zweijähriger Rhythmus beschlossen wurde. Auch in den Jahren 2002 und 2004 wurde der Bogenritt zu einem großem Erfolg mit unerwartet hohem Zuspruch. Hier hatte sich aus einer Idee ein echtes „Zugpferd“ für die Reiterstadt Warendorf entwickelt. In den darauffolgenden Jahren wurde der Bogenritt jedoch eingestellt wegen des enormen organisatorischem Aufwandes und hoher Kosten. So fiel der Bogenritt 2006 tatsächlich aus sehr zum Bedauern von Teilnehmern und Zuschauern.

Im Sommer 2006 kamen Wilfried Franzke, Josef Stammkötter und Jörg Drewes ins Gespräch und beschlossen, den Bogenritt in einer Privatinitiative fortzuführen. Ein Konzept wurde über den Winter erarbeitet. Viel Zeit wurde investiert, denn an Ideenreichtum fehlte es nicht.  

Um die Genehmigung zur Durchführung, der bis hierhin immer noch  „Bogenritt“ heißenden Veranstaltung zu bekommen, wurden den Organisatoren seitens der Stadt jedoch etliche Steine in den Weg gelegt, die es zu beseitigen galt. Von hier an kam Walter Steinbach ins Spiel. Dieser war von der Idee so beeindruckt, dass er seine politische Erfahrung einsetzte und so den Weg für den Ritt durch die Marienbögen bahnte.

 

Einige Stimmen wurden laut, die „neuen“ Veranstalter würden sich einige Vorschusslorbeeren mit dem Namen  „Bogenritt“ verschaffen. Dieses konnte nicht ausgeschlossen werden, da die Grundidee übernommen und ausgebaut worden ist. Aus diesem Grund heißt die Veranstaltung seit dem Jahr 2007 „Warendorfer Pferdeprozession durch die Marienbögen“.
Als Veranstalter musste aus haftungstechnischen Gründen eine Privatperson oder ein eingetragener Verein auftreten. Kurzerhand wurde der „Verein zur Förderung der Pferdeprozession und kultureller Aktivitäten in Warendorf e.V.“ gegründet.

 

 Die erste Warendorfer Pferdeprozession wurde ein voller Erfolg!

Beim Einmarsch über die Emsstraße löste es bei den Veranstaltern Gänsehautstimmung aus und einige feuchte Augen vor Rührung waren zu sehen. Die Straßen waren dicht gesäumt wie beim Rosenmontagsumzug. Menschen aus Nah und Fern waren gekommen um dieses in Deutschland einmalige Spektakel zu bestaunen.

Die Glocke“ titelte am Montag nach der Prozession „Pferdeprozession- Höhepunkt im Warendorfer Jahr“. 

Die "Westfälischen Nachrichten" berichteten an diesem Tag
"Es stimmte einfach alles - Pferdeprozession ein voller Erfolg - 2500 Besucher auf dem Warendorfer Marktplatz"

 

Auch im Jahr 2008 war die Pferdeprozession ein voller Erfolg!
Teilnehmer- und Zuschauerzahlen konnten gesteigert werden. Der Startpunkt, der Parkplatz der Bundeswehrsportschule an der "Langen Wiese", der im Jahr 2007 wegen Hochwasser auf dem Lohwall kurzfristig als Ausweichstartpunkt gewählt wurde, hatte sich als Glücksgriff erwiesen. Ab jetzt soll jedes Jahr hier gestartet werden.
Als Moderator auf dem Marktplatz wurde Radiomoderator Mike Atig verpflichtet, der selber im Besitz des Fahrabzeichens ist und fachkundig und wortgewandt jeden Teilnehmer vorstellte.

Die Pferdeprozession 2009 wird als "Regenprozession" in die Geschichte eingehen. Mit dem Start ging ein Starkregenschauer runter, der fast die gesamte Prozession andauerte. Was beeindruckte; Teilnehmer und Zuschauer ließen sich nicht davon abhalten trotzdem an dem Pferdespektakel teilzunehmen. Wenn man die Bilder der Prozession anschaut, blickt man trotz der widrigen Wetterumstände ausschließlich in freundliche Gesichter.  

 

 

Im Jahr 2010 gab es einige Neuerungen. Zum ersten Mal durfte ein Gegenzug stattfinden. Hierzu nahm die Prozession den Weg über die Dr.-Rau-Allee und wendete am Nebeneingang der Bundeswehrsportschule. Dieses kam bei den Teilnehmern sehr gut an. Konnte man doch die gesamte Prozession als Teilnehmer nun selber einmal betrachten und die Pferde hatten vor dem Einzug in die Innenstadt schon einmal eine längere Wegstrecke zurückgelegt. Leider war dieses eine einmalige Geschichte, da der Gegenzug für die kommenden Jahre von Ordnungsamt und Polizei als "nicht notwendig" untersagt wurde. Desweiteren wurde zum ersten Mal von zwei Moderatoren auf dem Marktplatz kommentiert. Hier wurde auf die bewährte Kraft von Mike Atig gesetzt und ihm zur Seite stand einer der Organisatoren. Beide zusammen führten abwechslungsreich durch das Programm.

Aufgrund der Ereignisse bei der Loveparade in Duisburg im Jahr 2010 wurde den Veranstaltern ein umfangreiches Sicherheitskonzept auferlegt. Diese sahen sich jedoch nicht in der Lage die Auflagen in kürzester Zeit umzusetzen und sagten die Pferdeprozession für das Jahr 2011 ab. Diese Entscheidung machten sich die "Macher" nicht leicht. Die Absage wurde von der Bevölkerung mit großem Bedauern aufgenommen.

In den folgenden Jahren wurde ein Weg gefunden, die Pferdeprozession wieder stattfinden zu lassen. Zwar mussten Einschränkungen hingenommen werden und ein hohes Maß an Sicherheitspotential ist nun Jahr Jahr Voraussetzung für diese Veranstaltung. Immer wieder kommt die Frage von den Teilnehmern nach dem Gegenzug, der der Sicherheit zum Opfer gefallen ist. Bis zu siebzig Ordner säumen die Wegstrecke der Prozession und sorgen an den Stellen mit hohem Zuschaueraufkommen für deren Sicherheit.

Zu einem wahren Sammelobjekt sind die Ansteckpins der Pferdeprozession geworden.

Im Jahr 2015 wird es die bereits fünfte Auflage geben. Auf Wunsch vieler wird der Pin erstmals mit der Jahreszahl versehen sein.

Somit ist klar, dass das Aussehen der Pins jährlich wechseln und auch jährlich ein anderer Marienbogen dieses kleine Utensil zieren wird. Mit dem Verkauf der Pins wird ein nicht unerheblicher Teil der Kosten gedeckt.

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

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